Bach im Wald

Zukünftige Fernwärmeversorgung in Großkrotzenburg gesichert

– Prüfung der möglichen Konzepte gehen in die Endphase–

Bislang kommt die Fernwärme als Nebenprodukt aus der Kohleverstromung im Block 5 des Kraftwerks Staudinger (Kraft-Wärme-Kopplung). Doch damit ist nach jetziger Planung des Betreibers Uniper Ende 2024 Schluss, auch wegen des vom Bund beschlossenen Kohleausstiegs. Zurzeit versorgt Staudinger über die Stadtwerke Hanau (SWH) und Gemeindewerke Großkrotzenburg rund 19.000 Abnehmer mit Wärme, von Privathaushalten bis hin zu Industriebetrieben. Die Anzahl der Übergabestationen an die Abnehmer wächst.

Da einige Fernwärmekunden aktuell in Sorge sind, ob die Fernwärmeversorgung über 2024 hinaus gesichert ist, möchte die Gemeindewerke Großkrotzenburg GmbH über den derzeitigen Sachstand der zukünftigen Fernwärmeversorgung informieren.

Frage: „Seit 1988 wurde die Fernwärme in Großkrotzenburg über günstige Kraft-Wärme-Kopplung aus dem Kraftwerk Staudinger bezogen. Welche Maßnahmen haben die Gemeindewerke Großkrotzenburg bis jetzt für die Fernwärmeversorgung nach 2024 in Großkrotzenburg getroffen?“

Antwort: „Die Gemeindewerke Großkrotzenburg arbeiten genauso wie die Stadtwerke Hanau bereits seit Kündigung des Wärmelieferungsvertrages 2019 mit Hochdruck an Konzepten zur Nachfolgelösung. Kein Kunde braucht daher Angst haben im Kalten zu sitzen. Es stehen sogar mehrere Optionen zur Auswahl:

Eine Möglichkeit wäre der weitere Wärmebezug über ein von Uniper Kraftwerke gebautes BHKW. Hier liegt bereits ein erstes Angebot vor. Die andere Möglichkeit wäre, sich von Uniper unabhängig zu machen und eine eigene Erzeugungsanlage zu bauen. Aber auch eine gemeinsame Lösung mit den Stadtwerken Hanau ist im Gespräch.

Frage: „Wovon machen die Gremien der Gemeindewerke die Entscheidung für die eine oder andere Variante abhängig?“

Antwort: „Es gibt natürlich verschiedene Aspekte, die in die Entscheidungsfindung mit einfließen. In erster Linie ist ein fairer Verkaufspreis für die Fernwärmekunden der Gemeindewerke Großkrotzenburg das oberste Ziel. Aber auch der ökologische Aspekt sollte eine ausschlaggebende Rolle spielen.

Frage: „Wann wird es eine Entscheidung geben?“

Antwort: „Bis Ende 2020 müssen sich die Gemeindewerke und ihre Gremien entscheiden. Bis dahin werden alle Varianten verfolgt.“

Frage: „Für die BHKW-Lösung von Uniper müsste für die Fernwärmeerzeugung Erdgas eingesetzt werden. Ist das noch ökologisch?

Antwort: „Da die Fernwärme nach wie vor über Kraft-Wärme-Kopplungsprozess entsteht, ist diese Variante aus heutiger Sicht immer noch sehr umweltfreundlich. Sollte die Gemeindewerke sich für den Bau von eigenen Erzeugungsanlagen entscheiden, ist die Integration von Erneuerbaren Energien in Form einer Großsolaranlage geplant. Diese könnte in Verbindung mit dem bereits vorhandenen Wärmespeicher die gesamte Wärmemenge von Mai bis September abdecken und so den ökologischen Wert natürlich noch steigern. Hierfür wird eine Fläche von ca. 23.000 m² benötigt. Momentan wird die Bebauung der Granulat-Deponie und ein gemeindeeigenes Grundstück geprüft. Hier hat das Land Hessen bereits seine volle Unterstützung für die Umsetzung des Projektes zugesagt.

Frage: “Wie schätzen die Gemeindewerke die Entwicklung der Wärmepreise ein?“

Antwort: „Durch die Einführung der Abgabe für CO2 Emissionen werden Heizungsarten mit fossilen Brennstoffen belastet. Diese „CO2-Steuer“ startet ab 2021 mit 25,00 €/Tonne und steigt bis 2025 auf 55,00 €/Tonne CO2 an. Stößt z.B. eine Gasheizung 247g Kohlendioxid aus, liegen die Emissionen bei einem Verbrauch von 25.000 kWh im Jahr bei rund 6,175 Tonnen CO2. Im Jahr 2025 bedeutet das eine Mehrbelastung von rund 340,00 € pro Jahr für diese Heizungsart.

Sicherlich werden nach Stilllegung des Block 5 auch die in Großkrotzenburg günstigen Fernwärmepreise eine Preissteigerung erfahren. Deswegen ist es aus Sicht der Gemeindewerke Großkrotzenburg wichtig, Energiequellen in das Wärmenetz zu integrieren, die von einer solchen Belastung nicht betroffen sind.

Das Produkt Fernwärme lässt sich mit einer konventionellen Heizungsanlage nicht eins zu eins vergleichen, da bei dieser der Energiepreis den reinen Brennstoffeinsatz (Öl; Gas) abbildet, während bei der Fernwärme im Durchschnittspreis zusätzlich die Unterhaltung und Neuanschaffung der Heizungsanlage enthalten ist.“

Frage: Herr Prey, wo sehen Sie als Geschäftsführer das Unternehmen „Gemeindewerke Großkrotzenburg GmbH“ in der Zukunft?

Antwort: „Ich sehe nicht nur die Fernwärmeversorgung, sondern das gesamte Energieversorgungsunternehmen Gemeindewerke für die Zukunft sehr gut aufgestellt. Die gegebene Infrastruktur bietet gute Möglichkeiten für eine innovative und umweltbewusste Wärmeversorgung. Denn insbesondere bei der Erzeugung und Lieferung von Wärme können erhebliche CO2 Minderungen erreicht werden. Ich denke hierbei an Erneuerbare Energiequellen, wie z.B. Großsolaranlagen, die sich sehr gut mit Wärmenetzen kombinieren lassen und an den bereits vorhandenen Wärmespeicher der Gemeindewerke. Zusätzlich kann das eigene Stromnetz für die Einspeisung von selbst erzeugten Strom genutzt werden und steht für die Belieferung des Endkunden zur Verfügung.Es gilt daher jetzt den nächsten Schritt zu gehen und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Ein wichtiger Beschluss wird für die Entscheidungsträger Ende des Jahres fällig.“

Über die weiteren Entwicklungen werden wir Sie weiterhin auf dem Laufenden halten. Gerne können Sie sich für Fragen auch direkt an uns wenden.

Ihre Gemeindewerke Großkrotzenburg GmbH

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