Bach im Wald

Zukünftige Fernwärmeversorgung in Großkrotzenburg

Gemeindewerke Großkrotzenburg planen eigene Erzeugungsanlagen

 

 

Der Lieferanteil aus dem Kraftwerk Staudinger Block 5 hat sich aufgrund von wirtschaftlich bedingten Einsatzzeiten in den letzten Jahren deutlich reduziert. Verschärft wird diese Situation durch den beschlossenen Kohleausstieg der Bundesregierung. Dies hat zur Folge, dass durch Uniper der Block 5 gegen Ende 2024 stillgelegt wird und somit keine Fernwärmelieferung mehr aus dieser Erzeugungsanlage an die Gemeindewerke Großkrotzenburg GmbH und die Stadtwerke Hanau GmbH erfolgt. Beide Energieversorger arbeiten bereits seit geraumer Zeit an Konzepten zur Nachfolgelösung.

Die vorgelegten Angebote von Uniper und Mainova über die Fernwärmelieferung ab dem 01.10.2024 wurden vom Aufsichtsrat der Gemeindewerke Großkrotzenburg gegenüber einer Eigenlösung für nicht wirtschaftlich angesehen. Vor allem lag das gewünschte Augenmerk nicht auf einer ökologischen, zukunftsorientierten und vor allem für den Endkunden bezahlbaren Wärmeerzeugung. Deshalb haben sich die Gremien der Gemeindewerke Großkrotzenburg dazu entschieden, den Bau von eigenen Wärmeerzeugungsanlagen weiter zu verfolgen. Es soll ein Mindestanteil von größer 50% aus Erneuerbaren Energiequellen für die Erzeugung genutzt werden. Dies soll hauptsächlich erreicht werden, indem man Energie aus dem Main über eine Großwärmepumpe ca. 1,5 MW th und einer großen Solarthermieanlage mit ca. 15.000 m² Kollektorfläche installiert.

„Damit diese CO2 freie Wärmeerzeugung bis in den November genutzt werden kann, ist der Bau eines saisonalen Wärmespeichers in Kombination mit dem vorhandenen Wärmespeicher mit einem Speichervolumen von ca. 4500 Mwh das Herzstück unseres Vorhabens“, so Horst Prey, Geschäftsführer der Gemeindewerke Großkrotzenburg GmbH.

Da zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht alle wesentlichen Rahmenbedingungen für die technische Umsetzung feststehen und somit auch noch nicht die benötigten Flächen genau benannt werden können, wird mit Uniper ein Reservierungsvertrag abgeschlossen, der mehrere Flächen und die Nutzung von vorhandener Infrastruktur auf und vor dem Kraftwerksgelände temporär sichert. Die Gemeindewerke Großkrotzenburg und Uniper Kraftwerke GmbH stehen kurz vor der Unterzeichnung dieses Vertrages und schaffen somit die Voraussetzungen für eine weitere partnerschaftliche Zusammenarbeit. Mittlerweile liegt der Förderbescheid der BAFA für eine weitere Machbarkeitsstudie, die für die Detailplanung des Projektes genutzt werden soll, vor. Nach Unterzeichnung des Reservierungsvertrages wird die Beauftragung durch die Gemeindewerke Großkrotzenburg erfolgen. Der Abschluss dieser Studie wird Anfang Juni 2022 erfolgen, damit direkt im Anschluss mit der Umsetzung begonnen werden kann.

„Wir sind uns sicher, dass durch die getroffene Entscheidung, in Großkrotzenburg eine nachhaltige und innovative Wärmeerzeugung entstehen kann und die Gemeindewerke Großkrotzenburg durch die Investition in diese zukunftsfähige und klimafreundliche Wärmeversorgung ihren Teil zur Energiewende beitragen wird“, so Thorsten Bauroth, Bürgermeister der Gemeinde Großkrotzenburg.

 

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